Geschrieben von Solve et Coagula am 17.10.2007, 13:33:
Angst und Furchtlosigkeit
Angst und Furchtlosigkeit
Zweiter Vortrag, der vom Meister Beinsa Douno am Mittwoch dem 1. März 1922 in Sofia vor der Jugendokkultklasse gehalten worden ist.
Stilles Gebet
Es wurden die Arbeiten zum Thema:”Die vernünftigste Methode zur Arbeit” gelesen.
Es ist gut, eine Inhaltsangabe der vorgelesenen Themen zu machen, damit die wesentlichen Gedanken betont werden.
Eines müssen alle wissen: Es muss jede Arbeit mit den kleinsten Hindernissen begonnen werden!
1 – 20 7 – 12 10 – 8 Ich schreibe euch hier folgende Zahlen auf, die ihr
2 – 15 8 – 13 14 – 2 zusammenzählen sollt, um aus ihrer gemeinsamen
3 -- 5 9 – 14 15 – 21 Summe eine Schlussfolgerung zu ziehen.
4 -- 7 10 -- 1 16 -–16 Es ist besser, wenn jeder selbst über diese Zahlen
5 -- 9 11 – 19 17 – 17 nachdenkt.
6 – 10 12 – 18 18 – 12 Jetzt schreibe ich den Satz:”Fir–für –fen, tao bi au
227 men.” Dieser Satz bedeutet:”Mit der kleinsten Furcht und mit der kleinsten Dunkelheit.” Warum? Weil die kleinste Furcht und die kleinste Dunkelheit den kleinsten Schaden und die kleinste Abweichung verur -sachen. Wer sich sehr fürchtet, der kann diesen Weg nicht gehen. Deswegen muss man, um auf diesem Weg gehen zu können, die Kunst erwerben, sich am wenigsten zu fürchten und die kleinste Dunkelheit im Bewusstsein zu haben. Der Satz:”Fir für fen tao bi aumen,” kann auch mit den Worten:”Ohne Angst und ohne Dunkelheit” übersetzt werden. Die Furcht, oder Angst, ist aus der Sünde geboren worden und sie erzeugt gleichzeitig Dunkelheit. Verwechselt aber die Angst nicht mit der Vorsicht. Wer den Ursprung der Welt anerkennt, und trotzdem Angst hat, der hat das Wesentliche dieser Ursache noch nicht verstanden.
Als Schüler sollt ihr also dem neuen Weg ohne Angst und ohne Dunkelheit folgen. Wer Angst hat, der wird sein Licht verlieren und als natürliche Folge davon wird die Dunkelheit in ihn einziehen. Und umgekehrt - sobald die Dunkelheit kommt, wird ihr die Angst folgen. Bei der Angst und der Dunkelheit handelt es sich um zwei Sinne des menschlichen Bewusstseins, welche unbedingt reguliert werden sollen. Womit? Mit Furchtlosigkeit und mit Licht. Sonst wird sich der Schüler dieser Schule ständig die Fragen stellen:”Kann ich in der Schule etwas lernen und werde ich es schaffen und Erfolg haben? Ist es an der Zeit in dieser Schule zu lernen? Habe ich die notwendigen Fähigkeiten dazu? Und was ist, wenn ich irgendwo durchfalle? Wenn ich zurückbleibe? Nein, man soll sich eine andere Frage stellen, nämlich:”Will ich lernen, oder nicht.” Wenn man sich darauf antworten kann, dass man lernen will, so wird dieser Wunsch die Kraft haben, alle Schwierig -keiten im Leben zu überwinden. Wenn ihr Angst habt, sollt ihr den Vers aus der heiligen Schrift lesen:”Diejenigen, die Angst haben, werden nicht in das Reich Gottes eintreten.”
Und wahrlich, der Ängstliche kann weder ein Gelehrter, noch ein Philosoph und auch kein Staatsmann werden. Überhaupt kann der Ängstliche kaum einen Erfolg haben. Er wird wie der Hase sein. Es gibt aber noch ein ängstlicheres Tier, als den Hasen. Der Frosch z.B. ist ängstlicher als der Hase. Er ist ein Symbol des äusseren Materialismus. In dieser Hinsicht sind die Materialisten ängstliche Leute. Wenn man einem reichen Menschen, einem grossen Materialisten, sein Geld wegnimmt, dann wird er gleich seinen Mut verlieren. Solange er reich war, hat er sich in der Lage des Hasen befunden, aber wenn er beraubt wird, gerät er in die Lage des Frosches. Also, wenn ihr an den Hasen denkt, könnt ihr euch einen reichen Materialisten vorstellen, der noch nicht ganz ausgeraubt worden ist, infolge dessen er läuft, damit man ihm nicht seinen ganzen Reichtum wegnimmt. Der Frosch aber stellt einen Menschen dar, der schon völlig ausgeraubt worden ist und dem nun nichts anderes mehr übrigbleibt, als ins Wasser zu gehen, um dort seine Rettung zu finden.
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